Die DGV-Tagung 1997 in Frankfurt/Main kann als Geburtsstunde der Regionalgruppe Afroamerika gelten. Die Gründungsidee war Ausdruck einer steigenden Zahl von Afroamerikastudien, die sich in den 1980er Jahren in Wien (mit der Karibik als Schwerpunkt), dann aber auch an verschiedenen deutschen Universitäten (z.B. Marburg und Berlin) herausbildeten. Bettina E. Schmidt (damals Uni Marburg) hat damals die Initiative zur Gründung der Regionalgruppe ergriffen, sie leitete die RG von 1997 bis 2005 gemeinsam mit Lioba Rossbach de Olmos (Uni Marburg) und wurde 2005 von Heike Drotbohm (Uni Freiburg) abgelöst.
Auf den DGV-Tagungen in Heidelberg (1999), Göttingen (2001), Halle (2005 und 2007), Frankfurt am Main (2009) und Wien (2011) war die Regionalgruppe ebenfalls mit je einem eigenen Workshop vertreten. Ihr Programm wies stets einen Bezug zum Oberthema der DGV-Tagung auf und stellte zugleich einen repräsentativen Ausschnitt der laufenden Forschungen zu Afroamerika im deutschsprachigen Raum dar. Auch bei den in zweijährigen Abständen stattfindenen Treffen deutschsprachiger Südamerika- und KaribikforscherInnen sind Workshops zu Afroamerika zu einem festen Tagesordnungspunkt geworden, die maßgeblich von Mitgliedern der Regionalgruppe Afroamerika mitgestaltet werden.
Im Jahr 2006 wurde die Regionalgruppe Afroamerika, die bisher aus einem informellen Zusammenschluss bestand, offiziell als DGV-Regionalgruppe anerkannt, nachdem sie über eine elektronische Umfrage die Sprecherinnen der Regionalgruppe in dieser Funktion bestätigten.
Auf der DGV-Tagung in Frankfurt (2009) entschied sich Lioba Rossbach de Olmos, ihr Amt als Sprecherin der RG abzugeben. Ingrid Kummels, tätig am Lateinamerika-Institut der FU Berlin, übernahm die Funktion als Sprecherin der RG und wird dieses Amt zukünftig gemeinsam mit Heike Drotbohm ausüben.
Im Laufe dieser Jahre erhielt die Afroamerikaforschung steten Zulauf und ist heute an den Universitäten Marburg, Freiburg, Berlin, Leipzig und Wien fest im ethnologischen Lehrprogramm verankert.